16 Jul

Ameisenhaufen

AMEISENHAUFEN

Letztens in der Süddeutschen n Artikel gelesen. Insektenumsiedler siedeln ganze Ameisenstaaten um. Hab mich sofort gefragt, ob das auch mit anderen so richtigen Staaten geht. Wär doch praktisch und gar nicht schlimm, wenn sich der ganze Staat einfach nach der Umsiedlung auflöst, weil die Umsiedlung nicht geklappt hat.
Aber, damit sowas nicht passiert, wird um den umgesiedelten Staat, also den Ameisenhaufen, ein Kilo Zucker verstreut. Als Nahrungsversorgung, um das neue Gebiet schmackhaft zu machen. Ein riesiger Speckgürtel quasi. Jetzt lese ich, dass dies nur bei Waldameisen nötig ist. Normale Ameisen machen ja keine Haufen. Bilden also keine Staaten. Oder doch? Vielleicht lässt mir mein schlechtes Flora und Fauna Wissen ja meine Illusion, dass es Lebewesen gibt, die keine Staaten bilden. Mit Hierarchie und dem ganzen drum und dran.
Weiter erfahre ich, dass sich die Königin meist metertief im Boden eingräbt. Da könnten sich die Menschenwesen mal was abgucken. Beim nächsten G 20 Treffen : haben sich einfach alle im Boden vergraben.
Aus das Thema. Können wir jetzt mal die wirklich wichtigen Themen angehen?

Um ein weiteres Bild aus der Tierwelt zu bemühen: Wir schätzen den Hund gering, weil er seine eigene Scheiße frisst. Aber die Fleischfresser unter uns fressen die Scheiße von Schweinen. Was ist das anderes? Und da zähl ich mich selbst dazu.

Mehr Staatenumsiedler. Das ist es was wir brauchen! Auch wenn die nur Ameisen umsiedeln, weil irgendeine Autobahn gebaut werden soll.

Beim nächsten Gipfel sollten, wie für Kröten um sie vor dem Gang über die Straße zu schützen, riesige Eimer aufgestellt werden, oder vielmehr in den Boden gegraben werden. So würden alle Autokraten dieser Welt einfach nach und nach in den Eimer fallen. So dass man sie letztlich nicht wie die Kröten über die Straße bringt und ihnen viel Glück beim Leichen wünscht, nein, der Eimer geht direkt an die Sondermülldeponie in Castrop-Rauxel.
Die sind spezialisiert auf ganz speziellen humanoiden Sondermüll.
Nur so als Alternative, falls sich nicht eh schon vorher alle im Boden verbuddeln. So wie die Ameisenköniginnen.

Aus der Sicht des Universums sind wir eh nicht mehr als eine Eintagsfliege, die sich im Kompost labt. Nur dass der Kompost kein Kompost ist, sondern der Kuchen, von dem alle ein Stück ab haben wollen. Milliarden von Menschen und dem gegenüber nur dieser mikrige Kuchen. Scheiß drauf, wir wollen Bäckereifachverkäuferinnen werden. Dann gehört uns zwar nicht die gesamte verfickte Bäckerei, aber wir dürfen zumindest in ihr arbeiten. Und sowieso bietet die Backwarenkette Backwerk jedem an, wenn es sich um gelerntes Fachpersonal handelt, seine eigene Filiale aufzumachen.
Dann schreibt man eben einen Buisiness-plan, schickt das der Agentur für Arbeit und schon hat man sie, seine fucking hole backery.

Aber ob das dann schön ist: jeden Morgen um 3 aufstehen, um danach den ganzen Tag zu verschlafen. Aber es geht ja ums Bild. Statt nur Brot gebt uns die ganze Bäckerei.

Das Schöne ist ja, Tiere gelten als intelligent, wenn sie soziales Verhalten und soziale Strukturen aufweisen. Das wäre doch was, wenn dies auf die Spezies Mensch übertragen würde.
Und eine Krähe entlarvt einen Dieb, weil sie ihn testet und beobachtet. Also geht raus und testet und beobachtet sie, die Diebe. Sie werden sich von allein entlarven.
Und wenn Ameisen schon Straßen bauen können: Können sie auch Brücken bauen? Und bilden sie wenigstens Gemeinschaften unter anderen Staaten, wenn sie sich nicht schon komplett zusammen tun. Einfach nur einen exorbitanten großen Haufen.
So ungefähr wie der Klumpatsch Erde auf der wir hier rumirren. Milliardenfach.
Und ich weiß nicht mal, wie viele Nullen das sind.

Vorstellungsvermögen ist wie eine Nation. Sie hat Grenzen. Vielleicht auch im übertragenen Sinne. Aber das muss jeder für sich selbst wissen. Aber Beispiele gibt es leider genug, dass Grenzen töten. Auch wenn ich leider noch nie den Kontinent Europa verlassen habe.
Und wirklich gerade jetzt singt Joan Baez aus meiner Anlage: We shall overcome, some day. Magische Momente. Und schon muss ich das Licht aus und ne Kerze anmachen. Ich liebe diese melancholisch, romantische Stimmung. Meine Auszeit vom Alltag bei Betrachtungen und Vergleichen von Tierwelt und Menschheit

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